Was für ein Wochenende in den Tischtennis-Bundesligen! Mit einer Ausnahme durften alle bayerischen Vertreter kräftig jubeln – und einer von ihnen sogar Vereinsgeschichte schreiben.
TV Hilpoltstein krönt sich zum Meister der 2. Bundesliga
Der TV Hilpoltstein hat Historisches vollbracht: Mit einem 6:3-Heimsieg im „vorgezogenen Finale“ gegen den TTC indeland Jülich sicherte sich das Team zwei Spieltage vor Saisonende erstmals den Titel in der 2. Herren-Bundesliga. Jun Li, Petr Fedotov, Juan Perez, Alex Flemming und Matthias Danzer sorgten damit für ein absolutes Highlight in der Vereinschronik - auch wenn man u.a. auf Grund des finanziellen Risikos auf einen TTBL-Aufstieg verzichtet.
Nach dem verwandelten „Championship-Ball“ durch Juan Perez gab es in der mit 390 Zuschauern gut gefüllten Hilpoltsteiner Stadthalle kein Halten mehr: Die Spieler lagen sich Pogo tanzend in den Armen, streiften sich eigens angefertigte Meistertrikots über, im Hintergrund wurde ein Meister-Banner entrollt, und und und …
Einziger Wermutstropfen: Sowohl der Spanier Juan Perez, der zur neuen Saison nach Bad Homburg in die TTBL wechselt, als auch der Russe Petr Fedotov, den es nach Italien zieht, werden den frischgebackenen Meister verlassen.
TSV Bad Königshofen zieht erneut in die TTBL-Playoffs ein
Auch beim TSV Bad Königshofen wurde gefeiert – wenn auch mit Verzögerung. Nach einer 0:3-Niederlage im letzten Hauptrundenspiel gegen den 1. FC Saarbrücken war das Team auf Schützenhilfe angewiesen. Diese kam prompt: Der Post SV Mühlhausen setzte sich mit 3:2 gegen den direkten Konkurrenten TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell durch – und machte damit Bad Königshofen den Weg in die Playoffs frei.
Im Halbfinale trifft der Hauptrunden-Vierte nun auf Rekordmeister und Titelverteidiger Borussia Düsseldorf (Spiel 1: TSV Bad Königshofen - Borussia Düsseldorf, 11. April, 19 Uhr; Spiel 2: Borussia Düsseldorf - Bad Königshofen, 27. April, 13 Uhr). Saarbrücken bekommt es mit den TTF Liebherr Ochsenhausen zu tun.
Doppelschlag in der 2. Damen-Bundesliga: Langweid und Fürstenfeldbruck ohne Punktverlust
Besser hätte das Wochenende kaum laufen können für die bayerischen Teams in der 2. Damen-Bundesliga. Sowohl der TTC Langweid als auch der TuS Fürstenfeldbruck bezwangen ihre Gäste vom TTK Anröchte und TuS Uentrop souverän. Fürstenfeldbruck gewann beide Partien mit 6:2 und leistete damit auch dem TTC Langweid wertvolle Schützenhilfe. Die Langweiderinnen um Veronika Matiunina ließen ihrerseits mit 6:0- und 6:1-Erfolgen nichts anbrennen – ein großer Schritt in Richtung (Vize-)Meisterschaft.
Eine echte Rarität bekamen die Zuschauer in Langweid beim einzigen Gegentreffer zu sehen: Im Duell der Abwehr-Routiniers Yang „Tinka“ Ting (Langweid) und Svetlana Ganina (Uentrop) trat im dritten Satz die – häufig auch als „Zeitspiel-Regel“ bezeichnete – sogenannte Wechselmethode in Kraft (s. Infobox).
3. Bundesliga: Kist feiert ersten Saisonsieg
Im 16. Anlauf hat es geklappt: Vom sicheren Gefühl beflügelt, den Klassenerhalt aufgrund von Rückzügen etc. bereits in der Tasche zu haben, hat Schlusslicht TTC Kist seinen ersten Saisonsieg in der 3. Herren-Bundesliga eingefahren. Im Heimspiel gegen den TTC SR Hohenstein-Ernstthal II belohnt sich das Team um Abwehr-Routinier Evgueni Chtchetinine mit einem verdienten 6:3-Erfolg für seinen unermüdlichen Kampfgeist.
Weniger erfreulich verlief der Spieltag für die zweite Mannschaft des TSV Dachau. Ohne Bestbesetzung unterlag das Team beim TTF Rastatt deutlich mit 1:6 und musste im Rennen um die Vize-Meisterschaft einen Dämpfer hinnehmen.
Auszug aus: INTERNATIONALE TISCHTENNISREGELN A
15 Wechselmethode
15.1 Mit Ausnahme der Festlegung in 15.2 wird die Wechselmethode nach 10 Minuten Spielzeit in einem Satz oder, auf Verlangen beider Spieler oder Paare, zu einem beliebigen Zeitpunkt eingeführt.
15.2 Die Wechselmethode wird in einem Satz nicht eingeführt, wenn mindestens 18 Punkte erzielt wurden.
15.3 Ist der Ball bei Erreichen der Zeitgrenze im Spiel, so unterbricht der SR das Spiel. Anschließend schlägt derselbe Spieler auf, der auch in dem unterbrochenen Ballwechsel Aufschläger war. Ist der Ball bei Einführung der Wechselmethode nicht im Spiel, so schlägt bei Wiederaufnahme des Spiels der Rückschläger des unmittelbar vorausgegangenen Ballwechsels zuerst auf.
15.4 Danach schlägt jeder Spieler abwechselnd bis zum Ende des Satzes für nur 1 Punkt auf. Gelingen dem rückschlagenden Spieler oder Paar 13 Rückschläge in einem Ballwechsel, erzielt der Rückschläger einen Punkt.
15.5 Die Einführung der Wechselmethode verändert die in 13.6 definierte Auf- und Rückschlagreihenfolge nicht.
15.6 Wenn die Wechselmethode einmal eingeführt ist, muss sie auch in allen folgenden Sätzen angewandt werden.