Zum Inhalt springen

Mannschaftssport Erwachsene  

EM in Ljubljana: Silber und Bronze für Annett Kaufmann

Kolbermoorerin unterliegt im Einzelfinale nach sieben Sätzen / Winter scheitert im Achtelfinale

Daumen hoch für eine klasse EM-Leistung von Annett Kaufmann. Foto: ETTU Flickr

Den ganz großen Coup hat Annett Kaufmann nur knapp verpasst – doch Silber im Einzel und Bronze im Doppel sind die starke Ausbeute einer herausragenden EM. Die 20-Jährige vom SV DJK Kolbermoor sorgte in Ljubljana für die Höhepunkte aus BTTV-Sicht und musste sich erst im Einzelfinale der Russin Elizabet Abraamian nach sieben umkämpften Sätzen mit 3:4 geschlagen geben. Zuvor hatte sie bereits an der Seite von Nina Mittelham Doppelbronze gewonnen.

Kaufmann kämpft sich zweimal zurück

Im Endspiel gegen ihre seit Jugendzeiten gute Freundin Abraamian lief Kaufmann zunächst einem 0:2-Satzrückstand hinterher, den sie mit zwei Satzgewinnen ausglich. Eine große Chance, die Partie auf ihre Seite zu ziehen, ließ sie anschließend im fünften Durchgang liegen: Aus einer 10:8-Führung wurde ein 10:12. Doch die Kolbermoorerin antwortete erneut, erzwang mit einem 11:6 den Entscheidungssatz und hielt die Titelchance offen. Dort setzte sich Abraamian mit 11:6 durch.

„Es war ein schwieriges Spiel. Ich habe nicht wirklich in mein Rückschlagspiel hineingefunden“, erklärte Kaufmann. Auch mit ihren eigenen Aufschlägen habe sie sich zu selten Vorteile verschaffen können. Ihrer Gegnerin bescheinigte sie die besseren Platzierungen in den entscheidenden Momenten und einen verdienten Sieg. Bei aller Enttäuschung konnte Kaufmann ihre Leistung aber bereits einordnen: „Ich habe gekämpft und im Finale mein Bestes gegeben. Ich kann mir nichts vorwerfen.“ Mit etwas Abstand, so ihre Einschätzung, werde sie positiv auf diese EM zurückblicken können.

Über Han und Mittelham ins Finale

Auf dem Weg zu ihrer ersten Einzelmedaille bei einer Erwachsenen-EM hatte Kaufmann ganz unterschiedliche Aufgaben gelöst. Im Achtelfinale setzte sie sich mit 4:1 gegen die 43 Jahre ältere Luxemburgerin Ni Xia Lian durch. Gegen deren ungewöhnliches Spiel waren Geduld und überlegte Angriffe gefragt. Im Viertelfinale folgte ein deutliches 4:0 gegen DTTB-Nationalmannschaftskollegin Han Ying – eine Gegnerin, der Kaufmann bei ihren vorherigen Begegnungen in Frankfurt und beim Europe Top 16 noch unterlegen gewesen war.

Das nächste deutsche gegen Doppelpartnerin Nina Mittelham wurde im Halbfinale anschließend zu einem Wechselbad. Kaufmann führte mit 2:0, geriet mit 2:3 in Rückstand und gewann die letzten beiden Sätze jeweils mit 11:4. „Das war eines der besten Spiele, die ich je gegen eine meiner Teamkolleginnen gemacht habe“, sagte sie nach dem Finaleinzug. Wenige Stunden später fehlte ihr erneut in einem Sieben-Satz-Spiel nur wenig zum Titel.

Doppelbronze mit einer verpassten Chance

Auch im Doppel war für Kaufmann und Mittelham mehr möglich gewesen. Nach dem 3:1 im Viertelfinale gegen die Serbinnen Izabela Lupulesku und Sabina Surjan stand Bronze fest. Im Halbfinale gegen Anna Brzyska und Zuzanna Wielgos aus Polen führte das deutsche Duo mit 2:1, verlor den vierten Satz jedoch mit 10:12 und den Entscheidungssatz mit 5:11. Im Mixed war Kaufmann mit Patrick Franziska im Achtelfinale an den Franzosen Thibault Poret und Prithika Pavade gescheitert.

Winter kann ihre Favoritenrolle nicht bestätigen

Für Sabine Winter vom TSV Dachau 65 endete das Einzelturnier dagegen deutlich früher als erhofft. Die topgesetzte Deutsche gewann ihre ersten beiden Begegnungen jeweils mit 4:0, unterlag im Achtelfinale aber der Französin Prithika Pavade mit 2:4. Nach einem 0:2-Rückstand kam Winter zum Satzausgleich und führte im fünften Durchgang bereits mit 8:4, lies sich diesen aber noch mit 8:11 nehmen. „Insgesamt hatte ich heute ein dünnes Nervenkostüm. Ich habe viele leichte Fehler gemacht“, bilanzierte Winter. Im Doppel verpasste sie mit Han Ying durch ein 1:3 gegen Elizabeta Samara und Bernadette Szöcs aus Rumänien im Viertelfinale die Medaillenränge.

Bertelsmeier mit Auftakterfolg, Schreiner nach guter Qualifikation ausgeschieden

André Bertelsmeier vom TSV Bad Königshofen gelang zum Auftakt des Einzelhauptfeldes ein 4:3-Erfolg über den österreichischen Routinier Robert Gardos. In der zweiten Runde traf der U21-Europameister auf Olympiafinalist Truls Möregårdh. Beim 0:4 steigerte sich Bertelsmeier im Verlauf der Begegnung, konnte seine Chance auf einen Satzgewinn im vierten Durchgang aber nicht nutzen: Dieser ging mit 18:16 an den Schweden. Im Doppel erreichte er mit Wim Verdonschot das Achtelfinale.

Franziska Schreiner vom TuS Fürstenfeldbruck hatte sich ohne Satzverlust durch ihre Qualifikationsgruppe gespielt. Im Hauptfeld schied sie gegen die Slowakin Tatiana Kukulkova mit 2:4 aus, nachdem sie zwischenzeitlich mit 2:1 geführt hatte. Wie stark ihre Gegnerin in Ljubljana aufspielte, zeigte sich später im Doppel: Dort gewann Kukulkova gemeinsam mit der Polin Natalia Bajor den Europameistertitel.
 

Ähnliche Nachrichten

Aktuelle Beiträge

Sonstiges

48. Süddeutsches Schiedsrichter-Treffen in Frankfurt

Das 48. Süddeutsche Schiedsrichter-Treffen führte vom 17. bis 19. Juli 2026 in der Landessportschule Hessen neun nationale Verbände aus dem süddeutschen Raum sowie die Nachbarländer Luxemburg und Österreich zusammen.