„Für mich sind die Races das coolste Format, das es gibt“, schwärmt Thomas Köhler-Metzler. Der 38-Jährige ist Wiedereinsteiger im Tischtennis. Zu Jugendzeiten spielte er beim TSV Jesenwang (Landkreis Fürstenfeldbruck). Seinerzeit gab er dem Fußball den Vorrang, weil es dort „geselliger zuging und mehr Freunde dabei waren“, erzählt Köhler-Metzler. Das letzte Punktspiel an der Platte bestritt er im November 2005.
20 Jahre danach spielt er mit Freunden Rundlauf – und findet den Spaß und die Begeisterung am Tischtennis zurück. „Ich habe dann einen Verein gesucht und bin mehr durch Zufall beim SV-DJK Taufkirchen gelandet. Ich war überrascht, wie es dort zugeht, wie Jung und Alt miteinander trainieren, mit einem Leistungsgedanken und Freundschaft.“ Köhler-Metzler ließ sich im Herbst 2025 für den Mannschafts-Spielbetrieb aufstellen, doch er musste der langen Pause erst einmal Tribut zollen. Es hagelte Niederlagen. „Unser Abteilungsleiter Oli Steinbeck kam dann mal zu mir und riet mir, es mal mit langen Noppen auf der Rückhand zu versuchen.“ Beim Versuch blieb es nicht: Die Noppe ist mittlerweile fester Bestandteil seines Spielsystems.
“Race-Familie gibt mir Halt”
Ein weiterer Zufall brachte Köhler-Metzler zum Bavarian TT-Race: Der SV-DJK Taufkirchen fungierte als Durchführer. Das Spielen gegen unterschiedliche Systeme und die Regelmäßigkeit gaben ihm mehr Sicherheit. „Die Races sind mit Abstand die beste Plattform, um zu lernen“, betont Köhler-Metzler. Außerdem entstanden enge Bekanntschaften. „Die unterschiedlichen Typen und Charaktere machen die Races aus. Es ist eine Gemeinschaft und man unterstützt sich. Max Kotthaus, Anh Duy Tran, Clemens König, Flo Bieberstein und andere haben mir oft Tipps gegeben, sich Zeit genommen.“
Teilweise bestreitet Köhler-Metzler vier bis fünf Races pro Woche – zusätzlich zum Training. Seinen TTR-Wert hat er von unter 1100 auf mittlerweile 1350 steigern können. Auf dem Weg zum bayerischen Finale nach Ruhpolding am 21. November liegt er auf Platz fünf der Faktorrangliste und wäre damit, Stand heute, unter den besten 16 dabei. „Ich wusste anfangs gar nichts von dem Finale, bis mich einige Leute darauf ansprachen. Jetzt will ich es natürlich dorthin schaffen.“
Die Race-Familie und Tischtennis halfen ihm auch durch eine schwere Zeit. Im Frühjahr geriet der 38-Jährige in eine schwierige Phase, als er seinen Job verlor. „Da haben mir Tischtennis, die Races und die Leute Halt gegeben“, sagt der Münchner.
Ab September steigt Köhler-Metzler wieder in einen neuen Job ein. Mit Tischtennis und den Races wird es weitergehen, dann vielleicht in etwas abgespeckter Form. „Aber Tischtennis wird sicherlich kein One-Hit-Wonder bei mir“, versichert der 38-Jährige.

