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Das Ressort Schiedsrichter des Deutschen Tischtennis-Bundes hat folgende Regelauslegungen bekannt gegeben. Diese sind für den gesamten Spielbetrieb in Deutschland verbindlich, also auch für die Schiedsrichter des BTTV.

Die Regelauslegungen sind hier vom BTTV in chronologischer Reihenfolge aufgelistet und wurden im Rundschreiben 1/2006, bei der VSRO-Tagung 2007 bzw. bei den Fortbildungen für Nationale Schiedsrichter 2007, in den Rundschreiben 2/2008, 1/2009, 3/2009, 3/2010, bei der VSRO-Tagung 2011 bzw. durch Regelanfragen 2011, bei der VSRO-Tagung 2012, bei der VSRO-Tagung 2013 bzw. durch Regelanfragen 2013 und der VSRO-Tagung 2014 kommuniziert.

Eine thematische Aufstellung der meisten dieser Auslegungen findet sich zusätzlich im PDF-Dokument "Regelauslegungen für den Bereich des DTTB", welches vom RSR des DTTB herausgegeben und laufend aktualisiert wird.


Aus dem Jahr 2014

Netzwerbung. Am Netz angebrachte Werbeaufkleber sind aus Sicht der ITTF bei WM oder auch der World Tour zulässig. Im Bereich des DTTB allerdings sind diese Werbeaufkleber nicht zulässig, da durch diese die Sicht durch das Netz behindert wird.
(VSRO-Tagung 2014)

Schlägerwechsel während der Einspielzeit. Der zum Einspielen benutzte Schläger muss regelgerecht und so beschaffen sein, dass er ohne weiteres im Spiel eingesetzt werden könnte.
(VSRO-Tagung 2014)

Einheitliche Spielkleidung bei der Begrüßung im Mannschaftskampf. Sofern sich nach der jeweiligen Spielordnung die Spieler bei der Begrüßung im Mannschaftskampf in einheitlicher Spielkleidung aufzustellen haben, gilt folgendes: Zwar gehört ein Trainingsanzug nach dem Wortlaut der WO nicht zur Spielkleidung; es ist dennoch nichts dagegen einzuwenden, wenn die Spieler zur Begrüßung in einheitlichen Trainingsanzügen Aufstellung nehmen. Da es dem Sinn nach um ein einheitliches Erscheinungsbild der Mannschaft geht, ist eine Begrüßung teils in Spielkleidung, teils in Trainingsanzügen allerdings nicht zulässig.
(VSRO-Tagung 2014)

Werbung für Alkohol und Tabak. Gemäß WO F 2.1 ist Werbung für Tabak im Bereich des DTTB grundsätzlich nicht zulässig. Dieses Verbot umfasst nicht nur die Werbung für konkrete Produkte von Tabakwarenherstellern, sondern auch die Werbung für den Hersteller selbst.
Weiter ist in WO F 2.1 geregelt, dass Werbung für alkoholische Getränke nur im Erwachsenenspielbetrieb zulässig ist. Auch alkoholfreie Biere dürfen im Schüler- und Jugendspielbetrieb nicht beworben werden.
Gelten diese Bestimmungen auch für die Kleidung eines beim Spiel anwesenden Betreuers?
Nach Auffassung des RSR erstrecken sich die Werbevorschriften zu Tabak und Alkohol auch auf einen beim Spiel anwesenden Betreuer, da dieser nicht als Zuschauer, sondern als dem Spiel unmittelbar angehörende Person anzusehen ist. Er sollte daher ggf. aufgefordert werden, das Hemd zu wechseln bzw. ein neutrales Kleidungsstück überzuziehen.
(Aktualisierung VSRO-Tagung 2014)

Anzahl der Betreuer im Doppel. Nach den Internationalen Tischtennisregeln B 5.1.2 darf sich ein Doppelpaar von zwei Personen beraten lassen, wenn die beiden Spieler dieses Doppels aus unterschiedlichen Verbänden kommen. Hintergrund dieser Regel ist nach Ansicht des RSR die Vermeidung von Sprachproblemen; gemeint sind Nationalverbände. Daher kann diese Regelung nicht auf nationaler Ebene auf Landesverbände, Bezirke, Kreise, Vereine etc. heruntergebrochen werden. So darf beispielsweise ein Doppel, das von Spielern unterschiedlicher DTTB-Landesverbände gebildet wird, nur von einer Person beraten werden.
(VSRO-Tagung 2014)

Pause im Bundessystem. Das Spielsystem der ersten bis dritten Bundesliga Damen sowie der zweiten und dritten Bundesliga Herren (Bundessystem) sieht eine 15-minütige Pause nach dem vierten Spiel vor. Diese Zeit wird nicht als trainingsfreie Zeit interpretiert; den Spielern ist es gestattet, an den Wettkampftischen während der Pause zu trainieren.
(Aktualisierung VSRO-Tagung 2014)

Schlägerwurf. Über mögliche Sanktionen gegen den betreffenden Spieler entscheidet der OSR. Die Tatsache, dass das durch den Schlägerwurf beschädigte Material ausgetauscht werden darf, ist nicht gleichbedeutend mit dem Verzicht auf weitere Sanktionen.
(VSRO-Tagung 2014)

Disziplinarstrafen in Regional- und Oberliga. Diese Auslegung wird gestützt durch das »Handbook for Match Officials« (17.4.3), wonach der OSR dann aus eigener Initiative tätig werden kann, wenn dem Schiedsrichter am Tisch das Spiel »entgleitet«. In diesem Fall würde er entweder den Schiedsrichter anweisen oder sich direkt mit dem zu sanktionierenden Spieler auseinandersetzen.
(VSRO-Tagung 2014)


Aus dem Jahr 2013

Montage von Schwamm und Obergummi. Die selbsttätige Montage einzeln erworbener Schwämme und von der ITTF zugelassener Obergummis ist nach Aussage der ITTF zulässig. Die ITTF-Zulassung wird nur für das jeweilige Obergummi erteilt, das dann mit einem beliebigen, den Internationalen TT-Regeln A 4.3.2 entsprechenden Schwamm kombiniert werden kann.
Hieraus folgt, dass Schwamm und Obergummi auch wieder getrennt werden können, wenn das Material nach dieser Aktion noch den Internationalen TT-Regeln B 4.2.2 entspricht.
(VSRO-Tagung 2013)

Bohrungen des Schlägerblattes. Nach den Internationalen TT-Regeln A 4.5 muss das Schlägerblatt und jede Schicht des Blattes durchlaufend und von gleichmäßiger Dicke sein. Die schließt Bohrungen durch das Schlägerblatt oder einzelne Schichten ebenso aus wie Sacklochbohrungen, die das Schlägerblatt oder einzelne Schichten nicht komplett durchdringen. Die von den Regeln geforderte Durchgängigkeit der einzelnen Holzschichten setzt die kontinuierliche Stärke des Materials ohne jede Unterbrechung voraus.
(Regelanfrage 2013)

Schlägerwechsel während des Spiels. Wird der Schläger während des Spiels unabsichtlich beschädigt, darf er nach den Internationalen TT-Regeln B 4.2.4 durch einen anderen Schläger ersetzt werden, der dann nach dem Spiel getestet wird (after-match-control). Dies gilt auch dann, wenn sich der Zustand des Schlägers während des Spiels ohne äußeren Einfluss verschlechtert, etwa durch einen sich ablösenden Belag. Eine Beschädigung im Sinne der o.g. Regel muss nicht zwingend von außen erfolgen.
(VSRO-Tagung 2013)

Einheitliche Hosen/Röckchen im Mannschaftskampf. Die Einheitlichkeit von Hosen bzw. Röckchen ist auch dann gegeben, wenn diese von unterschiedlichen Herstellern bezogen wurden, solange die Farben identisch sind. Herstellerapplikationen wie z.B. drei weiße Streifen, ein sog. Swoosh o.ä. stören die Einheitlichkeit nicht.
(Regelanfrage 2013)

Spielernamen auf Trikots. Gemäß BLO E 2 (Sportkleidung) haben Spieler und Spielerinnen während des Mannschaftskampfes Trikots zu tragen, auf deren Rückseite ihr Name gut lesbar aufgedruckt bzw. geflockt ist. Hierbei ist es nach Ansicht des RSR zulässig, statt des Nachnamens auch bzw. lediglich den Vornamen aufzudrucken. Künstler- und Spitznamen allerdings sind nicht zulässig.
(Regelanfrage 2013)

Spielernamen auf der Vorderseite des Trikots. Zusätzlich zum Namen auf der Rückseite des Trikots darf auch auf der Vorderseite der jeweilige Spielername aufgedruckt bzw. aufgeflockt sein. Dabei darf jedoch durch die zusätzliche Buchstabenfolge die Anzahl der für die Vorderseite des Trikots genehmigten Aufdrucke oder Werbeflächen nicht überschritten werden.
(VSRO-Tagung 2013)

Sportkleidung im Seniorensport. Grundsätzlich sollen die Tischtennisregeln, auch hinsichtlich der Kleidung, im Seniorensport uneingeschränkt angewendet werden. Allerdings soll der dem OSR zur Verfügung stehende Ermessensspielraum gerade im Seniorensport maximal ausgeschöpft werden. Dazu gehört das Spielen in langen Hosen, sofern das vom jeweiligen Spieler begründet wird oder im Sinne der Präsentation des Tischtennissports geboten erscheint. Das Einfordern eines ärztlichen Attests ist für eine solche Entscheidung nicht erforderlich.
(VSRO-Tagung 2013)

Werbung für Alkohol und Tabak. Gemäß WO F 2.1 ist Werbung für Tabak im Bereich des DTTB grundsätzlich nicht zulässig. Dieses Verbot umfasst nicht nur die Werbung für konkrete Produkte von Tabakwarenherstellern, sondern auch die Werbung für den Hersteller selbst.
Weiter ist in WO F 2.1 geregelt, dass Werbung für alkoholische Getränke nur im Erwachsenenspielbetrieb zulässig ist. Auch alkoholfreie Biere dürfen im Schüler- und Jugendspielbetrieb nicht beworben werden.
Trägt ein Betreuer bei einer Jugendveranstaltung ein Sweatshirt mit Werbung für alkoholische Getränke, so ist zunächst kein Verstoß gegen WO F 2.1 zu erkennen, da die Kleidung von Betreuern keinen in der WO definierten Bestimmungen unterliegt. In Ermangelung einer Rechtsgrundlage kann der OSR in diesem Fall nicht eingreifen.
(VSRO-Tagung 2013)

URL auf dem Trikot. Der Aufdruck einer URL (Internetadresse) auf dem Trikot ist als Werbung anzusehen und im Rahmen der Werbebestimmungen als Werbefläche zu bewerten. Dies gilt auch dann, wenn die genannte URL auf den Verein des jeweiligen Spielers verweist.
(Regelanfrage 2013)

Benennung des Betreuers/Coaches. Vor jedem Spiel ist dem Schiedsrichter der jeweilige Betreuer bzw. Coach namentlich zu benennen. So ist gewährleistet, dass evtl. Disziplinarmaßnahmen der betreffenden Person zugeordnet und ggf. nachverfolgt werden können. Ein einmal benannter Betreuer kann nicht während des Spiels durch eine andere Person ersetzt werden. Wird vor dem Spiel kein Betreuer benannt, so kann während dieses Spiels auch zu einem späteren Zeitpunkt keinerlei Coaching erfolgen. Es ist daher wichtig, gerade bei Jugendveranstaltungen die Spieler darauf aufmerksam zu machen, dass diese ihren Betreuer namentlich benennen, auch wenn er zu Beginn des Spiels noch nicht anwesend ist.
(VSRO-Tagung 2013)

Änderung der Doppelaufstellung. Verletzt sich ein für Einzel und Doppel aufgestellter Spieler vor Beginn des Mannschaftskampfes und vor der Aufstellung zur Begrüßung so, dass er am Mannschaftskampf nicht mitwirken kann, muss in der Einzelaufstellung aufgerückt werden. Für die Doppelaufstellung bedeutet dies, dass der betreffende Spieler für die Berechnung der Platzziffern ebenfalls zu streichen ist, und neue Doppel benannt werden müssen.
(VSRO-Tagung 2013)

Zusätzliche Pausen aus gesundheitlichen Gründen. Sollte während eines Spiels einer der Spieler infolge eines Unfalls vorübergehend an der Fortsetzung des Spiels gehindert sein, kann der OSR eine Verletzungspause von bis zu 10 Minuten gewähren (Internationale TT-Regeln B 4.4.4). Begehrt dagegen ein Spieler zusätzliche kleine Pausen aus gesundheitlichen Gründen, etwa um in regelmäßigen Abständen Asthma-Spray zu benutzen, wiederkehrende Unterzuckerungen zu behandeln oder seine Brille von Schweißtropfen zu reinigen, sind ihm diese Pausen durch den OSR nicht zuzugestehen (Internationale TT-Regeln B 4.4.5).
(VSRO-Tagung 2013)

Eingreifen des OSR in ein parallel stattfindendes Spiel. Findet parallel zu einem von einem OSR geleiteten Mannschaftskampf am gleichen Ort ein weiterer Mannschaftkampf ohne OSR statt, bei dem es zu groben Disziplinverstößen kommt, kann der OSR hierauf nicht mit Disziplinarmaßnahmen reagieren. Er kann (und sollte) lediglich versuchen, die Situation zu beruhigen. Darüber hinaus sollte er die betreffenden Mannschaften darauf aufmerksam machen, dass er dem zuständigen Spielleiter einen entsprechenden Bericht schickt. Zudem kann er in seinem eigenen OSR-Bericht einen Vermerk anbringen, dass der Heimverein seiner Verpflichtung zur ordnungsgemäßen Abwicklung des Mannschaftskampfes nicht ausreichend nachgekommen ist bzw. die Spielbedingungen (mit Schilderung der Vorkommnisse) gestört waren.
(VSRO-Tagung 2013)


Aus dem Jahr 2012

Aufbringen von Dämpfungsfolie bzw. Dämpfungsschwamm. Das Aufbringen einer Dämpfungsfolie bzw. die nachträgliche »Montage« eines Dämpfungsschwamms ist nicht zulässig.
Die zulässigen Materialien eines Belages sind in den Internationalen TT-Regeln A 4 definiert: Klebstoffschicht sowie Belagmaterial in Form von Noppengummi oder Sandwich-Gummi. Eine Dämpfungsfolie gehört damit nicht zu dem erlaubten Belagmaterial.
Darüber hinaus ist gemäß den Internationalen TT-Regeln A 4.7 eine physikalische Behandlung des Belagmaterials nicht zulässig. Die Internationalen TT-Regeln B 2.1.3 besagen, dass nur Beläge verwendet werden dürfen, die eine gültige ITTF-Zulassung besitzen. Hieraus ergibt sich, dass die nachträgliche »Montage« eines Dämpfungsschwamms, etwa unter OX-Belägen bzw. anstelle des eigentlichen durch die ITTF zugelassenen Schwamms, der vom Obergummi getrennt wurde, nicht zulässig ist.
(VSRO-Tagung 2012)

Farblich unterscheidbare Trikots bei Bundesveranstaltungen. Grundsätzlich gelten bei Bundesveranstaltungen die Internationalen TT-Regeln B 2.2.9: Die Trikots zweier Spieler bzw. Paare müssen sich farblich deutlich unterscheiden. In Anbetracht der Tatsache, dass viele Verbände nur einen Satz Trikots bereitstellen und somit keine Wechselmöglichkeit für die Spieler gegeben ist, kann diese Regel nach Meinung des RSR jedoch bei Bundesveranstaltungen außer Acht gelassen werden, wenn mediale Anforderungen (z.B. TV, Internet-Livestream) dem nicht entgegenstehen. Die endgültige Entscheidung über die Zulässigkeit der Spielkleidung und damit über die Einhaltung bzw. Lockerung der genannten TT-Regel obliegt dem OSR.
(VSRO-Tagung 2012)

Tragen von Kopfbedeckungen (Ergänzung Auslegung 2006). Das Tragen eines Kopftuches aus religiösen bzw. medizinischen Gründen ist zuzulassen.
(VSRO-Tagung 2012)

Auf der Haut aufgebrachte Werbung. Die Werbebestimmungen in den Internationalen TT-Regeln und den Wettspielordnungen im Bereich des DTTB beziehen sich ausschließlich auf die dort genannten Materialien; die Haut des Spielers gehört nicht dazu. Nachdem nichts gegenteiliges geregelt ist, kann man zunächst davon ausgehen, das auf die Haut aufgebrachte Werbung (etwa in Form einer Tätowierung) zulässig ist.
(VSRO-Tagung 2012)

Aufstellung im modifizierten Swaythling-Cup-System beim Fehlen des dritten Spielers. Der auf der gültigen Mannschaftsaufstellung bestplatzierte Spieler einer Mannschaft ist an Platz 1 aufzustellen. Die weitere Aufstellung der Plätze 2 und 3 ist frei wählbar. Dies gilt auch dann, wenn der dritte Spieler fehlt. Der zweite Spieler kann also auch an Platz 3 aufgestellt werden.
(VSRO-Tagung 2012)

Mitwirken in Regional- und Oberligen. Gemäß RLO E 5.5.3 ist der Einsatz eines Spielers in der RL oder OL dann regelgerecht, wenn er bei mindestens einem Doppel oder Einzel mitwirkt, und dieses auch in die Wertung eingeht. Eine Mitwirkung ist bereits dann gegeben, wenn der im Einzel oder Doppel aufgestellte Spieler bei der Begrüßung anwesend ist oder anderenfalls sein Einzel oder Doppel frühestens nach dem ersten Aufschlag, selbst ohne Angabe von Gründen, beendet.
(VSRO-Tagung 2012)

Mitwirken in der TTBL bzw. den Bundesligen. Die Mitwirkung eines Spielers definiert sich analog zu den Bestimmungen der RLO. Mit dieser Regelung möchte man vermeiden, dass beispielsweise verletzte Spieler, deren Mitwirkung für das Erreichen der Sollstärke erforderlich ist, mit Gipsbein o.ä. an den Tisch gehen, um einen Ball zu spielen, ehe sie das Spiel aufgeben. Eine explizite Regelung dieses Sachverhalts fehlt (derzeit noch) in der BLO und der Spielordnung der TTBL.
(VSRO-Tagung 2012)

Falscher Aufschlag in Regional- und Oberliga (Ergänzung Auslegung 2007). Es ist dem OSR nicht möglich, die falschen Aufschläge als Unsportlichkeit zu ahnden. Der OSR kann nach den Regeln lediglich disqualifizieren. Auf »Umwegen« kann er auch gelbe bzw. gelb/rote Karten wegen Verstößen gegen die Disziplin zeigen, indem er eine falsche Regelentscheidung des nicht geprüften SR korrigiert. Aufschläge jedoch sind ausschließlich vom SRaT zu bewerten, der mit seiner Bewertung eine Tatsachenentscheidung trifft. Diese kann durch den OSR nicht korrigiert werden.
(VSRO-Tagung 2012)

Schlagen des Balls über der gegnerischen Spielhälfte. Darf ein Ball über der gegnerischen Spielhälfte geschlagen werden, nachdem er (etwa durch extremen Unterschnitt) über das Netz in die Spielhälfte des Gegners zurückkehrt? Anders formuliert: Ist ein Rückschlag auch dann regelgerecht, wenn er über der Spielhälfte des Gegners erfolgt, wodurch der Ball nicht mehr über oder um das Netz herumfliegen kann?
Ja, der Rückschlag ist regelgerecht. Die Internationalen TT-Regel A 7.1 definiert den Rückschlag; die Begrifflichkeit »über die Netzgarnitur oder um sie herum« wird in A 5.14 definiert. Hier werden ausdrücklich nur zwei Bedingungen genannt, die einen korrekten Rückschlag unmöglich machen: der Ball passiert die Netzgarnitur zwischen Netz und Pfosten oder zwischen Netz und Spielfläche. Alle anderen Rückschläge sind im Rahmen der Regeln als korrekt zu bewerten. Es kommt daher faktisch nicht darauf an, ob der Ball tatsächlich über die Netzgarnitur oder um sie herum gespielt wird, sondern lediglich darauf, dass keiner der beiden oben ausgeschlossenen Sachverhalte vorliegt.
(VSRO-Tagung 2012)

Beantragung eines Time-outs im Mannschaftskampf (Ergänzung Auslegung 2007). Die letzte Entscheidung darüber, ob ein Time-out genommen wird, obliegt im Mannschaftskampf dem Mannschaftsführer bzw. Betreuer. Dies führt dazu, dass ein vom Mannschaftskapitän bzw. Betreuer beantragtes Time-out, das vom Spieler abgelehnt wird, als »genommen« zu werten ist, obwohl de facto gar kein Time-out stattgefunden hat.
(VSRO-Tagung 2012)

Disqualifizierter Spieler als Coach. Ein disqualifizierter Spieler darf an die Box zurückkommen, um einen Mannschaftskameraden zu coachen.
Es werden zwei Formen der »Bestrafung« unterschieden; von Spielern begangene Disziplinverstöße, die im Rahmen des Penalty Point Systems geahndet werden (gelbe und gelb/rote Karten), und von Betreuern begangene Verstöße, die mit gelber und roter Karte geahndet werden. Beide Formen werden strikt voneinander getrennt.
Ein Coach, der mit einer roten Karte von der Box verwiesen wurde, darf nach den Internationalen TT-Regeln B 5.1.5 zu seinem eigenen Spiel als Spieler zurückkehren. Analog dazu ist die Auslegung zu treffen, dass ein Spieler, der vom Mannschaftskampf disqualifiziert wurde, als Coach zu seinen Mannschaftskameraden zurückkehren darf.
(VSRO-Tagung 2012)

Alkohol im Mannschaftskampf. Der Genuss von alkoholischen Getränken während eines Mannschaftskampfes kann durch den OSR grundsätzlich nicht geahndet werden.
Zwar dürfen keine Flaschen, egal welchen Inhalts, mit in die Box genommen werden; ebenso ist die gut sichtbare Platzierung etwa eines Bierkastens in unmittelbarer Nähe des/der Spielfeldes/r unter Hinweis auf die gute Präsentation und die Darbietung des Tischtennissports umgehend durch den OSR abzustellen. Dennoch liegt es nicht im Aufgabenbereich des OSR, ein generelles Alkoholverbot auszusprechen. Deutlich alkoholisierte Spieler jedoch können vom Mannschaftskampf ausgeschlossen werden, da sie u.a. gegen die Internationalen TT-Regeln B 5.2.1 bzw. B 5.3.1 verstoßen und den Tischtennissport unangemessen repräsentieren.
(VSRO-Tagung 2012)


Aus dem Jahr 2011

Fönen von Belägen. Das Fönen von Belägen ist nach Meinung des RSR generell unzulässig.
Das Erhitzen von Belägen stellt eine physikalische Behandlung dar, die nach den Internationalen Tischtennisregeln A 4.7 nicht zulässig ist, unabhängig davon, ob ein Schläger Raumtemperatur aufweist oder nicht. Dies gilt für das Fönen von Belägen ebenso wie für die Verwendung von Heizdecken oder anderen technischen Hilfsmitteln, wie etwa dem "Belag-Heizkissen" der Firma HERO. Die Firma wurde übrigend bereits im letzten Jahr vom DTTB auf die Unzulässigkeit ihres Produktes hingewiesen.
(Regelanfrage des FB SR-Wesen BYTTV vom 13.12.2011)

Weiße Karte beim Time-out. Laut »Handbook for Match Officials« hält der SR die weiße Karte hoch, solange das Time-out andauert. Bei nur einem SR am Tisch wird im Bereich des DTTB die Karte ca. 15 sec hochgehalten, beiseite gelegt und nach Ablauf des Time-outs an das Zählgerät gestellt.
Im »Handbook for Match Officials« ist zudem geregelt, dass der Assistent die weiße Karte auf Tisch legt. Für den Bereich des DTTB hat das RSR beschlossen, dass die weiße Karte nicht auf den Tisch gelegt, sondern lediglich nach Beendigung des Time-outs an das Zählgerät gestellt wird. Lediglich spezielle Time-out-Schilder werden auf dem Tisch platziert.
(VSRO-Tagung 2011)

Coaching durch einen disqualifizierten Spieler im Mannschaftskampf. Sofern die Disqualifikation eines Spielers erforderlich wird, spricht der OSR diese i.d.R. für ein einzelnes Spiel aus (siehe TT-Regeln B 5.2.8). Insofern ist der Spieler berechtigt, den Wettkampf im nächsten Spiel fortzusetzen. In Analogie dessen ist es bei einem disqualifizierten Spieler ebenfalls möglich, ihn als Coach auf der Bank für das nächste Match zuzulassen.
(VSRO-Tagung 2011)

Abtrocknen. Gemäß dem ITTF-Handbook ist es zulässig, dass ein Spieler zum Handtuch geht, wenn dadurch die Pause nicht verlängert wird (z.B. wenn der Ball außerhalb der Box ist).
(VSRO-Tagung 2011)

Gelbe und rote Karten am Zählgerät. Im Bereich des DTTB sollen – entgegen dem Handbook der ITTF – die Karten an beiden Zählgeräten aufgestellt werden, damit alle Personen (Spieler, Trainer, Zuschauer) gleichmäßig informiert werden.
Für den Bereich der ITTF gelten die Regelungen wie im Handbook beschrieben. Allerdings kann auch hier der OSR über eine andere Verfahrensweise entscheiden.
(VSRO-Tagung 2011)

Karenzzeit für Mannschaften, die in Mindeststärke anwesend sind. Muss ein Mannschaftskampf zur festgesetzten Spielzeit beginnen, wenn beide Mannschaften in Mindeststärke anwesend sind, oder kann eine Mannschaft darauf bestehen, die 30minütige Karenzzeit auszunutzen, bis weitere Spieler eingetroffen sind?
Für die Bundesligen bzw. Regional- und Oberligen ist nach BLO bzw. RLO ein verspäteter Spielbeginn bis zu 30 Minuten möglich. Das Eintreffen der Mannschaft ist dann gegeben, wenn der Mannschaftsführer die namentliche Meldung seiner Mannschaft bekannt gibt und die Spielberechtigungsunterlagen dem OSR vorlegt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Mannschaftsaufstellung fixiert und die Mannschaft gilt als spielbereit. Dies ist vom Zeitpunkt her unabhängig von der tatsächlichen Anwesenheit eines oder mehrerer Spieler. Fehlen zu diesem Zeitpunkt noch Spieler, so können diese dennoch eingesetzt werden, wenn sie rechtzeitig zu ihrem in der Spielreihenfolge aufgerufenen Spiel anwesend sind.
Sind ein oder mehrere Spieler einer Mannschaft zur festgesetzten Anfangszeit nicht anwesend, hat der Mannschaftsführer die Möglichkeit, von einem verspäteten Eintreffen seiner Mannschaft (Karenzzeit) Gebrauch zu machen. In diesem Fall lässt er den Anfangszeitpunkt verstreichen und gibt dem OSR die Mannschaftsmeldung nicht bekannt. Der OSR fordert den Mannschaftsführer auf, ihm das Eintreffen der Mannschaft zu gegebener Zeit durch eine entsprechende Mannschaftsaufstellung zu bekunden. Meldet der Mannschaftsführer bis zu 30 Minuten verspätet das Eintreffen seiner Mannschaft, so lässt der OSR das Mannschaftsspiel unverzüglich starten (unabhängig davon, ob tatsächlich alle Spieler eingetroffen sind oder nicht).
Verursacht eine Mannschaft einen verspäteten Spielbeginn, wird sie eine Ordnungsstrafe durch den Spielleiter erhalten. Haben Spieler gefehlt, gibt es eine zusätzliche Ordnungsstrafe. Haben die fehlenden Spieler zu einer unrichtigen Spielreihenfolge geführt, wird das Spiel als verloren gewertet.
(Regelanfrage 2011)


Aus dem Jahr 2010

Mikrofon an der Netzgarnitur. Bei Großveranstaltungen wird gelegentlich ein Mikrofon an der Netzgarnitur befestigt. In den ITTF-Regeln ist das nicht behandelt. Aufgrund aktueller Erfahrungen (z.B. German Open) legt das RSR fest, das kleine Mikrofon der Netzgarnitur zuzurechnen, also als Bestandteil der Netzgarnitur zu werten. Daraus folgt: Gelingt dem Rückschläger nach einer Berührung des Balles mit dem Mikrofon und anschließendem ordnungsgemäßen Aufsprung auf die Spielfläche kein ordnungsgemäßer Rückschlag, so ist seinem Gegner der Punkt zuzusprechen.
(Rundschreiben 3/2010)

Am Tisch integrierte Netzhalterung. Zur German Open in Berlin wurden neue Netze von Adidas eingesetzt. Der waagrechte Teil der Halterung war als Teil des Tisches angefertigt und verlief auf gleicher Höhe wie die Spielfläche selbst. Insofern gibt es keine "Halterung" oder "Zwinge". Der Referee hatte - nach Rücksprache mit dem ITTF-Equipment Committee - diesen waagrechten Teil als Bestandteil des Tisches ausgelegt (nicht als Netzaufhängung bzw. Zwinge; ebenso nicht als Tischoberfläche). Das RSR schließt sich dieser Auslegung auch für nationale Veranstaltungen an. Allerdings ist darauf zu achten, dass die zu verwendenden Netzgarnituren dem zugelassenen Equipment entsprechen (siehe WO 6.3.).
(Rundschreiben 3/2010)

Reinigung von Schlägerbelägen. Ein Abwischen des Schlägers am Trikot oder mit dem an den Tisch (in die Box) mitgebrachten Handtuch ist sicherlich erlaubt. Falls mit der "Reinigung" des Schlägers eine Säuberung mit Schwamm/Lappen, Wasser oder Reinigungsmitteln angestrebt wird, so ist dies nicht erlaubt, obwohl der Seitenwechsel selbst eine erlaubte Pause darstellt. Die Internationalen Tischtennis-Regeln B 4.2.4 schreiben vor, dass "die Spieler ihre Schläger in den Pausen auf dem Tisch liegen lassen, sofern ihnen der Schiedsrichter nicht etwas anderes erlaubt". Damit soll sichergestellt werden, dass ein Schläger genau in der Beschaffenheit für das gesamte Spiel verwendet wird, wie er vor der Begegnung durch den Schiedsrichter (oder Schlägerkontrolleur) geprüft und ggf. durch den Gegner in Augenschein genommen wurde.

Gerne verweisen wir hier auf das Schiedsrichter 1 x 1 von Hans Giesecke, der eine Reinigung des Schlägers in den Satzpausen mit Hinweis auf die Manipulationsgefahr gemäß A 4.7 und B 4.2.2 als nicht zulässig bewertet. Dieser Meinung schließt sich das Ressort Schiedsrichter an.
(Rundschreiben 3/2010)
 


Aus dem Jahr 2009

Trikotfarben im Doppel bei nationalen Veranstaltungen. In Anwendung der WO A 5.1 hat der DTTB-Leistungssportausschuss bestätigt, dass bei nationalen Veranstaltungen im Individualspielbetrieb Doppelspieler aus einem Mitgliedsverband die gleiche Spielkleidung tragen müssen. Dies ist wie folgt begründet:
- bessere Erkennnbarkeit verbandsgleicher Doppel
- Umsetzung der Internationalen TT-Regeln ist gewährleistet
- keine weitere Verschlechterung der Vermarktungsmöglichkeit der Mitgliedsverbände
(Rundschreiben 1/2009)

Behinderung, Lockerung der Aufschlagregel. Die Lockerung der Aufschlagregel gemäß ITTR A 6.7 kann auch dann angewendet werden, wenn die Behinderung erst während eines Spieles auftritt, z.B. bei Verletzung der freien Hand.
(Rundschreiben 3/2009)

Aufgeben eines Satzes heißt Aufgeben des Spiels. Ein Spieler hat das gesamte Spiel verloren, wenn er einen Satz aufgibt. Gemäß ITTR A.11.1 ist ein Spiel von dem Spieler gewonnen, der zuerst 11 Punkte erzielt hat. Wird ein Satz vorher aufgegeben, so wurde der Satz von keinem Spieler gewonnen. Damit können die Bedingungen des Abschnittes ITTR A.12. nicht mehr erfüllt werden. Der Spieler, der die Satzaufgabe entschieden hat, gibt diesen und alle folgenden Sätze somit kampflos ab. Siehe auch "Schiedsrichter 1 x 1" von Hans Giesecke, 24. Auflage, Seite 84.
(Rundschreiben 3/2009)

Abstützen beim Netzaufschlag. Spieler A schlägt auf, der Ball berührt das Netz. Unmittelbar danach stützt sich der Rückschläger mit der freien Hand auf der Spielfläche ab. Entscheidung: Punkt für den Spieler A, da zum Zeitpunkt des Aufstützens der Ball noch im Spiel war.
(Rundschreiben 3/2009)

Belagreiniger. Das Reinigen eines Schlägers mit Sonnenblumenöl ist jedenfalls dann unzulässig, wenn dadurch bewirkt wird, dass der Belag wieder mehr Griffigkeit erhält. Dies ist eine Veränderung des Belages, die gemäß ITTR A 4.7 verboten ist. -- Die Frage zur "Genehmigung von Cleanern" etc. ist ebenfalls klar zu beantworten: Vor knapp zwei Jahren hat die ITTF sämtliche Genehmigungen von Belagsklebern und Zusatzmitteln zurückgezogen. Somit gibt es keine ITTF-Genehmigungen mehr für Belagskleber, Reinigungsmittel oder sonstige Behandlungsmaterialien.
(Regelanfrage 2009)

Netzwerbung. Hierzu ist keine Regeländerung durch die ITTF vorgesehen, es wird aber eine "tolerante" Auslegung durch die Oberschiedsrichter empfohlen. Dem schließt sich das RSR an.
(Rundschreiben 3/2009)

Medienanforderungen. Die mediengerechte Präsentation des Tischtennissports wird immer wichtiger. Je nach Hallen- und Spielsituation sind OSR gehalten, großzügig und in maximaler Auslegung bestehender Regelungen zu entscheiden. Beispiele:
- Fotografieren und Filmen am Boxenrand
- Montage von Kameras an der Netzhalterung oder unter dem Tisch
- Mikrofone und Halterungen innerhalb der Box
- Illuminierte Tischgestelle und Werbeflächen
Das RSR ermutigt, auch in Zukunft richtungsweise Medienanforderungen zu prüfen und dort wo möglich umzusetzen, wobei dies nicht als Freibrief für regelwidrige Gestaltungen der Austragungsstätten verstanden werden darf. Die endgültige Entscheidung trifft der OSR.
(Rundschreiben 3/2009)


Aus dem Jahr 2008

Coaching während des Einspielens. Ein Hinweis oder Zuruf des Coaches zu seinem (am Tisch befindlichen) Spieler während der Einspielzeit ist gemäß ITTR B 5.1.3 als zulässig zu werten. Nicht erlaubt ist aber eine Beratung zwischen Einspielzeit und Beginn des ersten Satzes.
(Rundschreiben 2/2008)

Einführung der Wechselmethode auf Wunsch beider Spieler. Eine Anfrage über Hans Giesecke beim Regelkomitee der ITTF brachte Klarheit zu einer lange diskutierten Frage, die aus dem Wortlaut der Regel A15.1 nicht exakt hervorging: Der Spielstand 9:9 hat Vorrang vor der 10-Minuten-Grenze, aber hat er auch Vorrang vor dem Verlangen beider Spieler ? Antwort: Ja. Ab einem Punktstand von 9:9 kann die Wechselmethode auch auf Verlangen der Spieler in diesem Satz nicht mehr angewendet werden.
(Rundschreiben 2/2008)

Einspielen mit Trainer. Ein Spieler weigert sich, sich mit seinem Gegner einzuspielen. Darf sich der andere Spieler mit seinem Trainer einspielen? Gemäß aktueller Auslegung ist das nicht gestattet. Die Einspielzeit ist ein "gemeinsames Recht", damit sich die Gegner aufeinander einstellen können. Die Einspielzeit ist kein Ersatz für Aufwärmtraining.
(Rundschreiben 2/2008)

Übertragen von Strafpunkten. Im Individualwettbewerb werden Strafpunkte am Ende eines Spieles nicht in das nächste Spiel übernommen. Beim Mannschaftswettbewerb werden die Strafpunkte in das nächste Spiel des bestraften Spielers übernommen.
(Rundschreiben 2/2008)

Schlägerwurf evtl. unabsichtliche Beschädigung. Mit einem Schlägerwurf kann noch keine Absicht auf Zerstörung des Schlägers unterstellt werden. Damit ist ein Austauschen eines zerbrochenen Schlägers zulässig. Die Auslegung des SRA aus dem Jahr 2000 wird bestätigt - siehe Zeitschrift "dts", Ausgabe 11/2000 - ebenso wie das Schiedsrichter 1x1, Seite 81.
(Rundschreiben 2/2008)


Aus dem Jahr 2007

Zwei Time-outs nacheinander sind zulässig.
Die Time-out-Regel wird nach dem Grundsatz ausgelegt, dass alles erlaubt ist, was nicht ausdrücklich verboten ist. Der Regeltext gibt vor, dass das Time-out zwischen zwei Ballwechseln in einem Satz zu erfolgen hat. Diese beiden Ballwechsel werden als der "äußere Rahmen" für Time-outs aufgefasst. Damit ist erlaubt:
- das eigene Time-out sofort im Anschluss an das Time-out des Gegners zu nehmen.
- das Time-out nach einem Netzaufschlag beim Stand von 0:0 in einem Satz zu nehmen (ein Netzaufschlag ist gemäß Regel A 5.1/5.2 ein Ballwechsel!)
- das Time-out im Anschluss an eine Handtuchpause zu nehmen
- das Time-out im Anschluss an die bis zu 10minütige Verletzungspause gemäß Regel B 4.4.4 zu nehmen (außer in der Satzpause)
(Fortbildungen für Nationale Schiedsrichter 2007)

Tragen von Trainingskleidung beim Einspielen ist zulässig.
Der DTTB-SRA hat für den deutschen Spielbetrieb entschieden, dass der SR nicht darauf bestehen kann, dass die Spieler ihre Trainingskleidung bereits zum Einspielen ablegen. Grundlage dieser Entscheidung ist die Auslegung, wonach das Spiel mit dem ersten Aufschlag beginnt und nicht mit Beginn des Einspielens. Die Spieler sollen zwar aus praktischen Gründen (Prüfen von Spielkleidung und Rückennummer; Verhindern verbotenen Coachings beim Ablegen der Trainigskleidung) dazu motiviert werden, in Spielkleidung zum Einspielen zu kommen - wenn sie dies ablehnen (insbesondere nach der Prüfung der Spielkleidung den Trainingsanzug wieder anziehen möchten), so ist ihnen dies jedoch zu gestatten.
(Fortbildungen für Nationale Schiedsrichter 2007)

Schlägerwechsel während der Einspielzeit ist zulässig.
Aus der Definition, dass das Spiel erst nach dem Einspielen beginnt, ergibt sich auch, dass ein Spieler das Recht hat, während des Einspielens noch den Schläger zu wechseln. In diesem Fall muss er den neuen Schläger lediglich erneut dem Gegner und dem Schiedsrichter zeigen und ihnen gestatten den Schläger zu untersuchen (Regel A 4.8).
(VSRO-Tagung 2007)

Einspielen kann verweigert werden. Das 2minütige Einspielen unmittelbar vor Spielbeginn ist ein gemeinsames Recht der beiden betreffenden Spieler, das diese auch nur gemeinsam wahrnehmen können. Wenn einer der beiden Spieler das Einspielen verweigert, so kann sich der andere Spieler nicht einspielen, auch nicht mit einem Trainer oder einer anderen dritten Person. Ausnahme: Im Doppel darf sich der Spieler dann mit seinem Doppelpartner einspielen, da dieser ein am Spiel Beteiligter ist. Es liegt bei verweigertem Einspielen auch keine Unsportlichkeit vor, gegen die etwa eine Gelbe Karte verhängt werden könnte.
Grundlage dieser Auslegung ist der genaue Wortlaut der Regel B 4.3.1: "Die Spieler haben das Recht, sich ... einzuspielen." Hiervon selbstverständlich nicht berührt ist die Trainingsphase der Spieler im weiteren Vorfeld des einzelnen Spiels. Im internationalen Spielbetrieb kann diese Frage je nach Veranstaltung im übrigen abweichend geregelt sein.
(Fortbildungen für Nationale Schiedsrichter 2007)

Ein beidhändiger Schlag ist zulässig.
Das Schlagen des Balles in der Weise, dass beide Hände den Schläger halten, ist erlaubt. In diesem Fall hat der Spieler zwei Schlägerhände und keine freie Hand. Aus diesem und anderen Gründen hatte man im Jahr 2006 innerhalb des DTTB diese Form des Schlages als kritisch beurteilt und zunächst für unzulässig erklärt und die Frage an das URC weitergegeben. Von dort wurde nun signalisiert, dass man den beidhändigen Schlag für zulässig erklärt. In den Lehrmaterialien der ITTF (Regelseminar) war dies schon länger so eingearbeitet. Der DTTB folgt dieser Vorgabe.
(VSRO-Tagung 2007)

Falscher Aufschlag in Regional- und Oberliga. Wenn durch einen ungeprüften Schiedsrichter falsche Aufschläge nicht abgezählt werden, kann der OSR diesen SR lediglich austauschen.
(VSRO-Tagung 2007)

Beantragung eines Time-outs im Mannschaftskampf. Nach den Internationalen TT-Regeln können im Mannschaftskampf sowohl der Spieler, das Paar als auch der Mannschaftskapitän ein Time-out beantragen; im nationalen Spielbetrieb des DTTB kann der Spieler, das Paar oder der jeweilige Betreuer eines jeden Einzel- oder Doppelspiels ein Time-out beantragen. Diese Anmerkung unter B 4.4.2.6 bezieht sich auf den gesamten Abschnitt 4.4.2. Auch bei Mannschaftskämpfen sollte deshalb vor jedem Spiel ein Betreuer benannt werden.
(VSRO-Tagung 2007)

Mannschaftsführer als Schiedsrichter am Tisch. In den unteren Klassen kann ein Mannschaftsführer, der als Schiedsrichter am Tisch eingesetzt ist, weder beraten noch ein Time-out nehmen. Dies ergibt sich aus den Internationalen TT-Regeln (B 3.2), die die Aufgaben des Schiedsrichters genau definieren.
(VSRO-Tagung 2007)

Falsche Doppelaufstellung im 6er-Paarkreuz. Obwohl die Verantwortung hier sicher bei den Vereinen liegt, sollte der OSR die Doppelaufstellung trotzdem kontrollieren. Liegt ein Fehler vor, kann keine neue Doppelaufstellung abgegeben werden, sondern das falsch gemeldete Doppel wird lediglich auf den richtigen Platz geschoben.
(VSRO-Tagung 2007)

Aufgabe eines Spiels im Mannschaftskampf. Wird in einem Mannschaftskampf ein Spiel aufgegeben, wird dieses als verloren gewertet. Der Mannschaftskampf als solcher geht jedoch weiter.
(VSRO-Tagung 2007)

Disziplinarstrafen in Regional- und Oberliga. Laut den Internationalen TT-Regeln B 3.1 kann der in Regional- und Oberliga eingesetzte OSR nur disqualifizieren (rote Karte). Empfehlung des RSR: Bei Fehlverhalten der Spieler sollte der OSR seinen Spielraum ausschöpfen und ggf. die gelbe Karte zeigen (Begründung: »falsche Regelentscheidung des SR« bzw. »OSR ist für Disziplinarentscheidungen zuständig«).
(VSRO-Tagung 2007)


Aus dem Jahr 2006

Tragen von Kopftüchern. Die Zulässigkeit der Kleidung im Tischtennis ist dahingehend auszurichten, dass diese den Sportcharakter ausdrückt oder eine Funktion zur Ausübung des Sports unterstützt. Das Tragen eines Stirnbandes oder eines als Stirnband getragenen Kopftuchs dient dazu, wehende Haare zu bändigen und Schweiß vor dem Heruntertropfen aufzunehmen, und unterstützt damit die Regel des ununterbrochenen Spiels. In diese Kategorie sind auch Schweißbänder einzuordnen, die am Handgelenk oder am Arm getragen werden.
Andererseits fällt es schwer, Kopftücher, Piratentücher, Mützen und Kappen als notwendige, dem Sport dienliche Kleidungsstücke einzuordnen.
Die Internationalen Tischtennisregeln erwähnen die Kopfbedeckung als Teil der Kleidung ausdrücklich nicht. Lediglich im »Handbook for Match Officials« ist das Stirnband als mögliche Ausnahme aufgeführt; gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass der OSR fallweise entscheiden muss, welche Kleidung er für die jeweilige Veranstaltung für angemessen und für den Tischtennissport repräsentativ hält.
Insofern ist die Zulassung von Kopfbedeckungen bei internationalen Veranstaltungen stets die Entscheidung des zuständigen OSR, nicht etwa die Vorgabe der ITTF. Dies ermöglicht es, auch für Veranstaltungen im Bereich des DTTB die Abweichung von der Kleidungsvorschrift fallweise zu entscheiden (etwa wegen medizinischer Erfordernisse oder religiöser Gründe). Eine grundsätzliche Freigabe oder ein grundsätzliches Verbot von Kopfbedeckungen für alle Veranstaltungen ist somit nicht erforderlich und würde die Absicht der Internationalen TT-Regel ungerechtfertigt ausdehnen.
(Rundschreiben 1/2006)

Tragen von Nierengurten. Grundsätzlich wird das Tragen von Bandagen einschließlich Nierengurten als medizinische Erfordernis eingestuft und damit gestattet. Bandagen sitzen üblicherweise direkt auf der Haut. Somit ist beim Nierengurt darauf zu achten, dass dieser unter der Spielkleidung (Trikot) getragen wird.
(Rundschreiben 1/2006)

Pause in der 1. und 2. BL Damen. Das Spielsystem der ersten und zweiten Bundesliga Damen (Bundessystem) sieht eine max. 15-minütige Pause nach dem sechsten Spiel vor. Diese Zeit wird nicht als trainingsfreie Zeit interpretiert; den Spielerinnen ist es gestattet, an den Wettkampftischen während der Pause zu trainieren.
(Rundschreiben 1/2006)