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Frage 44 vom 29.1.2014: Aufschlag nur innerhalb der Seitenlinien zulässig?

Frage: Ich hätte folgende Frage zur Regelauslegung für einen korrekten Aufschlag. In den Tischtennisregeln wird beschrieben, dass sich der Ball während des gesamten Aufschlagvorganges oberhalb der Spielfläche und hinter der Grundlinie befinden muss.
Nun kamen wir beim Training in Streit, ob der Ball gewissermaßen auch von einem Punkt neben dem Tisch, aber hinter der gedachten Verlängerung der Grundlinie aufgeschlagen werden darf. Mein Mannschaftskollege ist der Auffassung, dass die Grundlinie in ihrer Länge durch die Seitenlinien begrenzt ist und ich exakt von einem Punkt hinter dieser Linie und eingegrenzt
durch die Seitenlinien aufschlagen muss.
Doch meiner Ansicht nach sagt die Aufschlagregel nichts darüber aus, dass die Grundlinie in ihrer Länge durch die Seitenlinien begrenzt wäre. Somit könnte ich den Aufschlag auch so ausführen, das sich der Ball zwar optisch gesehen neben der Platte, aber hinter der gedachten Verlängerung der Grundlinie befindet.
Wie ist die Regel richtig zu verstehen ?

(Von: Michael T., Spieler)


Antwort von Nico Keiser:  Sie haben die Regel korrekt ausgelegt.
 
Die ITTR A 6.4 beschreibt, wo sich der Ball während des gesamten Aufschlages befinden muss:
"Der Ball muss sich vom Beginn des Aufschlags bis er geschlagen wird oberhalb der Ebene der Spielfläche und hinter der Grundlinie des Aufschlägers befinden [...]".
 
Zur Grundlinie findet sich in den Definitionen unter A 5.15 noch Folgendes:
"Der Ausdruck Grundlinie schließt ihre gedachte Verlängerung in beide Richtungen ein".
 
Eine Begrenzung durch die gedachten Verlängerungen der Seitenlinien ist beim Aufschlag im Regelwerk nicht vorgesehen. Der Aufschlag ist in diesem Aspekt korrekt, sofern er die Bedingungen nach A 6.4 erfüllt. Der Ball befindet sich, wenn er beim Aufschlag neben der Seitenlinie geschlagen wird, ja immer noch hinter der Grundlinie nach der Definition von A 5.15. Er muss die Grundlinie des Tisches also nicht tatsächlich überqueren.