Logo

Frage 42 vom 9.1.2014: Regeln für selbstgebautes Schlägerholz

Frage: Ich will mir ein Schlägerholz selber bauen, und hätte da einige Fragen.
Erstens wollte ich nachfragen: Beliebige Schlägergröße klingt für mich etwas komisch, da das Holz ja sicher eine bestimmte Quadratzentimeterzahl nicht überschreiten darf, sonst stellt sich jemand mit einem 1 mal 1 Meter großen Schläger hin.
Außerdem wollte ich nachfragen, da ich gehört habe es sind nicht alle Hölzer ( z.b. Tropenholz) zulässig, ob meine Holzarten zulässig sind. Meine Holzkombination wäre Zirbenkiefer und Buche.
Drittens habe ich gelesen dass der beste Aufbau für Kontrolle und Tempo weich und Hart abwechselnd, mit weichem Innenkern ist.
Und ich wollte noch fragen, wie dick so ein Schläger sein darf, dass man noch Maxbeläge spielen kann.
 
(Von: Michael B., Spieler)


Antwort von Torsten Küneth:
 
Zur ersten Frage: Nein, es ist tatsächlich so, dass Größe, Form und Gewicht des Schlägers beliebig sind (Tischtennisregel A.4.1). Ein 1 mal 1 Meter großer Schläger wäre also zulässig - nur ist das praktisch nicht sinnvoll, weil Sie dafür nirgends einen legalen Belag bekommen würden (das Zusammenbauen mehrerer Belagstücke ist nicht erlaubt) und vom Gewicht her ja auch nicht ernsthaft damit spielen könnten. Dieser Punkt ist also deshalb nicht geregelt, weil er sich in der Praxis von selbst einpendelt.
 
Zur zweiten Frage: Alle Hölzer sind zulässig, sofern sie folgende Vorschriften erfüllen:
- Regel A.4.2: "Mindestens 85 % des Blattes, gemessen an seiner Dicke, müssen aus natürlichem Holz bestehen. Eine Klebstoffschicht innerhalb des Schlägerblattes darf durch Fasermaterial wie Karbonfiber, Glasfiber oder komprimiertes Papier verstärkt sein. Sie darf jedoch nicht mehr als 7,5 % der Gesamtdicke oder mehr als 0,35 mm ausmachen – je nachdem, was geringer ist. "
- Regel A.4.5: "Das Blatt selbst, jede Schicht innerhalb des Blattes und jede Belag- oder Klebstoffschicht auf einer zum Schlagen des Balles benutzten Seite müssen durchlaufend und von gleichmäßiger Dicke sein."
Auf den Baum, von dem dieses Holz stammt, kommt es somit nicht an. Ich weiß aber, woher dieses Missverständnis kommt: Vor sehr vielen Jahren gab es einmal eine Zulassungsliste der ITTF für Schlägerhölzer. Davon hat man aber wieder Abstand genommen.
 
Zur dritten Frage: Welche Spieleigenschaften ein auf bestimmte Weise gebautes Holz besitzt, entzieht sich meiner Kenntnis. Regeltechnisch ist nur wichtig, dass jede Holzschicht durchlaufend und gleichmäßig dick ist. Sie dürfen also z.B. nicht die Hälfte der Fläche mit weichem, und die andere mit hartem Holz aufbauen, sondern die Schichten müssen übereinander liegen; aber so haben Sie das sicher auch gemeint. Nicht zulässig wären übrigens Stoffe, die außerhalb der Holzoberfläche aufgebracht werden, wie etwa Dämpfungsfolien oder Belagtuner. Das zählt als Nachbehandlung des Belages.
 
Zur vierten Frage: Für die Dicke des Holzes gibt es ebenfalls keinerlei Beschränkungen. Die Regeln limitieren lediglich die Dicke jeder Belagseite für sich genommen:
"A.4.3: Eine zum Schlagen des Balls benutzte Seite des Blattes muss entweder mit gewöhnlichem Noppengummi (Noppen nach außen, Gesamtdicke einschließlich Klebstoff höchstens 2,0 mm) oder mit Sandwich-Gummi (Noppen nach innen oder nach außen, Gesamtdicke einschließlich Klebstoff höchstens 4,0 mm) bedeckt sein."
Solange also Obergummi+Schwamm+Klebstoff auf der Vorhand und der Rückhand jeweils nicht mehr als 4,0 mm dick sind , kann das Holz dazwischen auch 10 Zentimeter dick sein - was wiederum wegen der Spieleigenschaften kaum jemand probieren wird.